Hausärzte/Gastroenterologie: Neuer Test auf Darmkrebs ab 01. Oktober 2016

Als einen ersten Teilbeschluss im Zuge der Weiterentwicklung des Früherkennungsprogramms für Darmkrebs, hat der G-BA beschlossen, ab Oktober ein neues Testverfahren für die Früherkennung zur Verfügung zu stellen.

Die Untersuchung auf okkultes Blut im Stuhl erfolgt dann mit einem quantitativen immunologischen Test (iFOBT) und wird den bislang verwendeten Guajak-basierten Test ablösen. An den Voraussetzungen für die Anspruchsberechtigten ändert sich jedoch nichts. Dies sind weiterhin alle Versicherte ab einem Alter von 50 Jahren.

Der Beschluss des G-BA sieht vor, dass der Arzt wie bisher den Stuhltest an die Patienten ausgibt. Jedoch findet anders als bisher die Auswertung nicht in der Praxis, sondern im Labor statt. Neu ist auch, dass Hausärzte auch bei Gesundheitsuntersuchungen (wenn die Patienten das Anspruchsalter erreicht haben) den immunologischen Test ausgeben sollen.

Durchführung der Tests
Die Untersuchung des Materials erfolgt grundlegend im Labor. Aber auch Ärzte, die eine Abrechnungsgenehmigung für Leistungen des EBM-Abschnitts 32.3 haben, dürfen die Durchführung des immunologischen Stuhltests vornehmen. Sie sind zudem verpflichtet, Angaben zu verwendeten Tests, Gesamtzahl der untersuchten und der positiven Proben zur Evaluation des Früherkennungsprogramms zu erfassen.

Abklärung durch Koloskopie und Dokumentation
Des Weiteren wurde durch den G-BA festgelegt, dass Ärzte, die nach einem positiven iFOBT eine Koloskopie durchführen, das Ergebnis elektronisch dokumentieren müssen. Dabei gelten für die Abklärungskoloskopien dieselben Qualitätssicherungsvorgaben und Dokumentationspflichten wie für Koloskopien zur Früherkennung von Darmkrebs.

Hierfür wird der bisherige Dokumentationsbogen zur Früherkennungskoloskopie um ein Feld zur Erfassung der Indikationsstellung erweitert. Künftig kreuzen Ärzte an, ob es sich um eine „Koloskopie als primäre Screening-Untersuchung“ handelt oder um eine „Koloskopie nach positivem iFOBT“. Die Anpassung im Praxisverwaltungssystem werden die Software-Hersteller mit dem Update für das 1. Quartal 2017 vornehmen.

Wenn der Beschluss des G-BA vom Bundesgesundheitsministeriums nicht beanstandet wird, tritt dieser zum 01.10.2016 in Kraft. Der Teil zur Anpassung des Dokumentationsbogens jedoch erst zum 01.01.2017.


Über die AAC (Arzt-Abrechnungs-Controlling) AG

Die AAC Praxisberatung AG ist eine Unternehmensberatung für niedergelassene Ärzte. Unsere Schwerpunkte sind Analysen und Beratung zur KV-Abrechnung/Quartalsabrechnung sowie zum Verordnungs-Management an. Bei der KV-Abrechnungsberatung werden die einzelnen EBM-Ziffern der Quartalsabrechnung detailliert vs. Fachgruppendurchschnitt geprüft. Potentiale der nicht oder nur unterdurchschnittlich abgerechneter EBM-Leistungen bzw. EBM-Ziffern werden aufgezeigt. Auch strukturelle Defizite der KV-Abrechnung werden überprüft, so dass Wirtschaftlichkeitsprüfungen einzelner EBM-Leistungen vermieden werden können. Einen wichtigen Teil der Analyse der EBM-Ziffern nimmt die Überprüfung der Plausibilität der KV-Abrechnung in der Beratung zu Ihrer Quartalsabrechnung ein. Eine mangelhafte Steuerung besonders zeitintensiver EBM-Ziffern kann eine Plausibilitätsprüfung nach sich ziehen. Bei Zeitüberschreitungen wird zusammen mit dem Arzt überprüft, ob sich die Überschreitung anhand der vorhandenen Dokumentation in der Akte plausibel und nachvollziehbar erklären lässt.

Insgesamt wird die Qualität Ihrer KV-Abrechnung somit gesichert – und Sie sparen viel Zeit.

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