NäPA-Abrechnung: Nordrhein und Westfalen-Lippe mit viel Luft nach oben

Dieser Artikel bezieht sich auf einen Beitrag von Ilse Schlingensiepen in der ÄrzteZeitung vom 14.09.2015

Mittels der neuen EBM-Nummern für nichtärztliche Praxisassistentinnen (GOP 03060, 03062 und 03063) sollte den Hausärzten eigentlich mehr Geld zufließen. Doch Besuchsziffern werden noch wenig offensiv abgerechnet. Nur für MFA, die zur nichtärztlichen Praxisassistentin fortgebildet sind, gibt es Honorar. Mancherorts kommt die KV mit der Ausbildung nicht nach.

Bei der Abrechnung der Leistungen von nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPA) ist in den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein (KVNo) und Westfalen-Lippe (KVWL) noch Luft nach oben.

In der KVNo haben im ersten Quartal 2015 gerade einmal neun Prozent der Hausärzte - absolut sind das 759 Kollegen - und 13 Prozent der Praxen (373) NäPA-Leistungen abgerechnet, berichtete Vorstand Bernhard Brautmeier kürzlich bei der Vertreterversammlung. Die NäPA-Vergütung betrug in der Berichtszeit knapp 670.000 Euro. Der größte Teil entfiel mit 471.000 Euro auf den Zuschlag zur Vorhaltepauschale.

Im zweiten Quartal hatten bereits 460 Praxen eine Genehmigung zur Abrechnung. "Die Vergütung könnte auf circa 850.000 Euro steigen", sagte Brautmeier.Er verwies auf Engpässe in der Fortbildung der Medizinischen Fachangestellten. "Wir strengen uns kräftig an, so viele wie möglich auszubilden, aber stoßen an Grenzen."
Von den 3,8 Millionen Euro, die im ersten Quartal in Nordrhein zur Förderung der hausärztlichen Leistungen zur Verfügung standen, sei nur eine Million Euro abgeschöpft worden. Dieses Ergebnis sei alles andere als schön. "Was wir nicht aufbrauchen, verfällt", warnte er.


Anders in der KVWL: Nicht abgerufene Gelder seien nicht verloren, sondern stünden in den nächsten drei Jahren zur Verfügung, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang-Axel Dryden. Nach seinen Angaben rechnen in Westfalen-Lippe zurzeit 500 Praxen mit 863 Ärzten NäPA-Leistungen ab. Fast 950.000 Mal seien NäPA-GOP im ersten Quartal 2015 honoriert worden, vor allem über die Strukturpauschale.

Haus- und Mitbesuche wurden dagegen eher selten abgerechnet. "Bei rund zwölf Prozent der Praxen beziehungsweise 50 Prozent der Ärzte ist das Entlastungspotenzial durch NäPA in der aufsuchenden Versorgung ungenutzt", betonte Dryden.

Rund 650 MFA haben die Fortbildung zur NäPA abgeschlossen oder befinden sich in Fortbildung. Der KVWL-Chef sieht in Westfalen-Lippe ein Potenzial von mehr als 1300. "Das ist die Marke, ab der wir von einem vollen Abrufen der Mittel ausgehen können."loren, sondern stünden in den nächsten drei Jahren zur Verfügung, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang-Axel Dryden.

Nach seinen Angaben rechnen in Westfalen-Lippe zurzeit 500 Praxen mit 863 Ärzten NäPA-Leistungen ab. Fast 950.000 Mal seien NäPA-GOP im ersten Quartal 2015 honoriert worden, vor allem über die Strukturpauschale.

Haus- und Mitbesuche wurden dagegen eher selten abgerechnet. "Bei rund zwölf Prozent der Praxen beziehungsweise 50 Prozent der Ärzte ist das Entlastungspotenzial durch NäPA in der aufsuchenden Versorgung ungenutzt", betonte Dryden.

Fazit: Die beiden KVen haben bereits seit Jahren über Das EVA-Programm die Qualifizierung von MFA für besondere Leistungen des nichtärztlichen Praxispersonals gefördert. Es ist davon auszugehen, dass es in anderen KV-Bezirken – außerhalb Bayerns und Baden-Württemberg mit einer langen VERAH-Tradition – noch sehr viel mauer aussieht.

AAC Praxisberatung AG, 14-09-15, ergänzt nach ÄrzteZeitung vom 14.09.2015