Kardiologie, Pneumologie: ASV (ambulante spezialisierte Versorgung) pulmonale Hypertonie startet zum 01.06.2016

In der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung können jetzt auch Patienten mit pulmonaler Hypertonie behandelt werden. Der entsprechende Beschluss wurde im Bundesanzeiger veröffentlicht und ist am 1. Juni in Kraft getreten. Nach der Tuberkulose und dem Marfan-Syndrom ist die pulmonale Hypertonie die dritte seltene Erkrankung, die in der ASV behandelt werden kann.

Teilnahme
Grundlegende können interessierte Fachärzte vorwiegend aus dem Bereich Kardiologie und Pneumologie ab sofort beim erweiterten Landesausschuss anzeigen, dass sie Patienten mit pulmonaler Hypertonie in der betreuen wollen. Sie müssen dafür bestimmte Anforderungen erfüllen, die in der Anlage 2I zur ASV-Richtlinie spezifisch geregelt sind. Grundvoraussetzung ist die Zusammenarbeit in einem interdisziplinären Team. Erst wenn das Team steht, kann die Anzeige zur Teilnahme an der ASV beim Landesausschuss erfolgen. Der Landesausschuss muss binnen zwei Monaten eine Zustimmung geben. Sollte in dieser Frist kein Bescheid aber auch keine Ablehnung eingehen, kann das Team an der ASV teilnehmen.

Abrechnung und Vergütung
Ärzte können alle Leistungen abrechnen, die für ihr Fachgebiet in der entsprechenden Anlage zur ASV-Richtlinie aufgeführt sind. Dabei rechnet jeder ASV-Arzt seine Leistungen selbst ab. Die Leistungen werden mit einer ASV-Teamnummer gekennzeichnet. Die Vergütung erfolgt zu festen Preisen extrabudgetär und ist für Vertragsärzte und Klinikärzte gleich.
Sind die entsprechenden Leistungen noch nicht Bestandteil des EBM, werden sie übergangsweise mit bundeseinheitlichen Pseudoziffern gekennzeichnet. Diese Regelung gilt bis die Leistungen in das Kapitel 50 des EBM aufgenommen wurden. Dies soll bis 6 Monate nach Inkrafttreten der ASV-Indikation pulmonale Hypertonie erfolgen – also bis 30.11.2016.
Für die pulmonale Hypertonie gibt es nachfolgende Pseudoziffern:

88504 – Vorhaltung einer 24-Stunden-Notfallversorgung mindestens in Form einer Rufbereitschaft
88505 – Psychotherapeutisches Gespräch als Einzelbehandlung analog der GOP 23220 des EBM ab dem 16. Mal im Behandlungsfall
88509 – Psychotherapeutisches Gespräch als Gruppenbehandlung

Weitere Leistungen, die nicht im EBM enthalten sind und laut ASV-Richtlinie abgerechnet werden dürfen, werden vorübergehend nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) vergütet.

Die Abrechnung der Leistungen erfolgt dann mit der Quartalsabrechnung über die KV.


Über die AAC (Arzt-Abrechnungs-Controlling) AG

Die AAC Praxisberatung AG ist eine Unternehmensberatung für niedergelassene Ärzte. Unsere Schwerpunkte sind Analysen und Beratung zur KV-Abrechnung/Quartalsabrechnung sowie zum Verordnungs-Management an. Bei der KV-Abrechnungsberatung werden die einzelnen EBM-Ziffern der Quartalsabrechnung detailliert vs. Fachgruppendurchschnitt geprüft. Potentiale der nicht oder nur unterdurchschnittlich abgerechneter EBM-Leistungen bzw. EBM-Ziffern werden aufgezeigt. Auch strukturelle Defizite der KV-Abrechnung werden überprüft, so dass Wirtschaftlichkeitsprüfungen einzelner EBM-Leistungen vermieden werden können. Einen wichtigen Teil der Analyse der EBM-Ziffern nimmt die Überprüfung der Plausibilität der KV-Abrechnung in der Beratung zu Ihrer Quartalsabrechnung ein. Eine mangelhafte Steuerung besonders zeitintensiver EBM-Ziffern kann eine Plausibilitätsprüfung nach sich ziehen. Bei Zeitüberschreitungen wird zusammen mit dem Arzt überprüft, ob sich die Überschreitung anhand der vorhandenen Dokumentation in der Akte plausibel und nachvollziehbar erklären lässt.

Insgesamt wird die Qualität Ihrer KV-Abrechnung somit gesichert – und Sie sparen viel Zeit.

Kontakt:
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