Arzneimittelversorgung: Referentenentwurf für das Gesetz zur Stärkung der Arneimittelversorgung in der GKV liegt vor

Seit fünf Jahren gibt es jetzt das AMNOG und damit die frühe Nutzenbewertung für neu zugelassene Arzneimittel. Eigentlich sollte über die Ergebnisse auch das Verschreibungsverhalten gesteuert werden. Doch in der täglichen Praxis spielen die Ergebnisse der frühen Nutzenbewertung häufig keine Rolle. Dies wird unisono von Krankenkassen als auch von Herstellern beklagt – wenn auch aus anderer Intention.
Jetzt will man die Praxen besser informieren – durch Informationen über das Praxisverwaltungssystem. Die Verordnungsampel hat man wohl ad acta gelegt – sehr zum Leidwesen der Krankenkassen.
Denn es geht dem Ministerium nicht allein um Wirtschaftlichkeitsaspekte, sondern auch um Informationen darüber, welchen Zusatznutzen ein Präparat für welche Patientengruppe hat.

Weitere Eckpunkte des Gesetzes:
  • Die Erstattungssituation von diagnostischen Verfahren soll verbessert werden. Sieht die Fachinformation eines neuen Arzneimittels zwingend eine Begleitdiagnostik vor, muss der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) zeitgleich mit dem Beschluss über die Nutzenbewertung angepasst werden.
  • Im Rahmen des Verfahrens der frühen Nutzenbewertung soll es künftig möglich sein, die Verordnung von Arzneimitteln für Patientengruppen ohne Zusatznutzen einzuschränken. Hier ist die Information über das Praxisverwaltungssystem entscheidend, damit die Praxis nicht Gefahr läuft im Rahmen einer Einzelfallprüfung in den Regress genommen zu werden.
  • Eine neue Strategie gibt es bei den bisher veröffentlichten Erstattungspreisen. Diese sollen in Zukunft nicht mehr öffentlich gemacht werden – wohl aus Sorge der Hersteller, dass ein niedriger veröffentlichter Erstattungspreis in Deutschland das Europäische Preisgefüge deutlich beeinflusst.
  • Eine Umsatzschwelle soll zudem für stabile Preise sorgen. Übersteigt der Umsatz eines Arzneimittels im ersten Jahr nach der Zulassung den Wert von 250 Millionen Euro, gilt rückwirkend ab dem Folgemonat der verhandelte Erstattungsbetrag.
  • Zusätzlich wird das Preismoratorium für die Pharmaunternehmen bis Ende 2022 verlängert.


Über die AAC (Arzt-Abrechnungs-Controlling) AG

Die AAC Praxisberatung AG ist eine Unternehmensberatung für niedergelassene Ärzte. Unsere Schwerpunkte sind Analysen und Beratung zur KV-Abrechnung/Quartalsabrechnung sowie zum Verordnungs-Management an. Bei der KV-Abrechnungsberatung werden die einzelnen EBM-Ziffern der Quartalsabrechnung detailliert vs. Fachgruppendurchschnitt geprüft. Potentiale der nicht oder nur unterdurchschnittlich abgerechneter EBM-Leistungen bzw. EBM-Ziffern werden aufgezeigt. Auch strukturelle Defizite der KV-Abrechnung werden überprüft, so dass Wirtschaftlichkeitsprüfungen einzelner EBM-Leistungen vermieden werden können. Einen wichtigen Teil der Analyse der EBM-Ziffern nimmt die Überprüfung der Plausibilität der KV-Abrechnung in der Beratung zu Ihrer Quartalsabrechnung ein. Eine mangelhafte Steuerung besonders zeitintensiver EBM-Ziffern kann eine Plausibilitätsprüfung nach sich ziehen. Bei Zeitüberschreitungen wird zusammen mit dem Arzt überprüft, ob sich die Überschreitung anhand der vorhandenen Dokumentation in der Akte plausibel und nachvollziehbar erklären lässt.

Insgesamt wird die Qualität Ihrer KV-Abrechnung somit gesichert – und Sie sparen viel Zeit.

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