Vorsicht bei Krankenhauseinweisung

Seit dem 30.04.2015 ist die neue Krankenhausbehandlungs-Richtlinie des GBA vom 22.01.2015 in Kraft. Und diese auf den ersten Blick harmlose Neufassung der bestehenden Richtlinie hat es allerdings in sich. In Zukunft müssen Alternativen zur Einweisung ins Krankenhaus umfassender geprüft und natürlich auch das Ergebnis der Prüfung dokumentiert werden.

Für einweisende Ärzte ist wichtig: Unverändert gilt: Die ambulante Behandlung hat Vorrang vor der stationären Behandlung, wenn das Behandlungsziel zweckmäßig und ohne Nachteil für den Patienten in der ambulanten Versorgung erreicht werden kann. Der Vertragsarzt hat dabei auch die Notwendigkeit der Verordnung einer stationären Behandlung vor der ambulanten Versorgung abzuwägen. Er muss sich von dem Zustand des Patienten überzeugen, die Notwendigkeit einer stationären Behandlung feststellen und diese dokumentieren. Dies galt alles auch bereits in der Vorgängerversion.

Katalog der Behandlungsalternativen deutlich erweitert

Der Katalog ist beispielhaft auf zwölf vom Vertragsarzt zu prüfende Punkte erweitert worden; zu ihm zählen unter anderem Vertragsärzte mit Zusatzqualifikation oder Schwerpunktpraxis, Notfallpraxen der KV, ermächtigte Ärzte im Krankenhaus, Einrichtungen der ambulanten spezialfachärztliche Versorgung (ASV), geriatrische Abteilungen, sozialpädiatrische Zentren und Kinderspezialambulanzen, Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie an DMP und IV teilnehmende Kollegen. Diese Aufzählung ist nicht abschließend.

Vorbeugung vor Regress

Eine Krankenhauseinweisung kann also unter bestimmten Umständen einen Regress als Folge nach sich ziehen. Dies gilt vor allem – wie üblich in Deutschland - bei einer fehlerhaften Dokumentation. Eine sorgfältige Dokumentation muss die Angabe der Hauptdiagnose, der relevanten Nebendiagnosen und die Gründe für die stationäre Behandlung umfassen. Auch die nächsterreichbaren, für die vorgesehene Krankenhausbehandlung geeigneten Krankenhäuser sind anzugeben. Die Neufassung der Krankenhausbehandlungs-Richtlinie kam übrigens auf Betreiben der Krankenkassen zustande. Man darf gespannt sein, ob die Krankenkassen in Zukunft dieses Thema verstärkt bei Prüfungen ins Visier nehmen.

Fazit für die Praxis
Zukünftig wird es wohl eine Pflicht des einweisenden Arztes zur Ermittlung von Alternativen geben. Unsicherheiten bestehen, wie viele alternative Behandlungsformen abgeklärt werden müssen. Ärzte sollten sich jedoch frühzeitig über Behandlungsalternativen in der ambulanten Versorgung informieren, diese im Einzelfall mit einer Krankenhauseinweisung abwägen und die Gründe dokumentieren.