Neuer Zeitplan steht: EBM-Reform kommt zum 01.07.2017

Ursprünglich sollte der neue EBM bereits zum Januar 2016 in Kraft treten. Aber die „Renovierungsarbeiten“ sollen so umfangreich sein, dass dieser Zeitplan bereits Anfang des Jahres gekippt wurde. Ein Schnellschuss hätte unkalkulierbare Folgen mit sich bringen können. So kritisierten bereits bei der Einführung des Hausarzt EBM zum vierten Quartal 2013 sehr viele KVen, dass die KBV keine tragfähigen Simulationsrechnungen zu den Auswirkungen der Reform vorlegen konnte. Eine Reihe hastiger Reparaturen waren im Einführungsquartal die Folge.

Man will sich Zeit lassen, denn es steht eine umfangreiche Liste mit umzusetzenden Punkten auf der Agenda. Nach dem aktuell zwischen KBV und GKV-Spitzenverband beschlossenen Zeitplan soll die Reform im März 2017 vom Bewertungsausschuss beschlossen und zum 01. Juli 2017 in Kraft treten.

Ziele der EBM-Weiterentwicklung

Wenn alles kommt was auf der Arbeitsliste steht, dann wird es eine große EBM-Reform geben – vergleichbar der Einführung des EBM 2000plus – der 2005 in Kraft trat…

  • Analog zum Hausarzt-EBM sollen aus den Versicherungspauschalen einzelne Leistungen ausgegliedert werden, um den Behandlungsbedarf besser abzubilden. Zusätzlich soll es grundsätzlich wieder mehr Einzelleistungen geben.
  • Neukalkulation der Prüfzeiten
  • Neubewertung aller Leistungen
  • Weiterentwicklung der betriebswirtschaftlichen Kalkulationsmethode mit Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung bei den Praxiskosten und des kalkulatorischen Arztgehalts

Im Moment werden die Vorschläge der Berufsverbände zur Neugestaltung der Gebührenordnung von der KBV bewertet. Man darf gespannt sein, welcher Berufsverband sich mit welchen Vorstellungen am Ende im neuen EBM wiederfindet. Allen wird es die KBV nicht Recht machen können …

Fazit: Wurde in der Vergangenheit nur von einem Facharzt-EBM gesprochen, scheint jetzt auch (mal wieder) der hausärztliche Versorgungsbereich mit betroffen zu sein. Alles soll auf den Prüfstand kommen. Intensive berufspolitische Debatten und der obligate Schlagabtausch zwischen KVen und KBV sind vorprogrammiert.