Hausärztlich geriatrische Versorgung: gleiches Geld für gleiche Leistung?

Im vierten Quartal 2013 wurde im hausärztlichen Versorgungsbereich die Abrechnung von Patienten mit geriatrischem Versorgungsbedarf eingeführt. Am Anfang hörte man vielfach, dass es sich nur um eine Nische mit begrenzter Bedeutung handeln würde. In der Zwischenzeit ist jedoch klar, dass – je nach Praxisstruktur – im Mittel ca. 11% aller Patienten einer Hausarztpraxis die Definitionskriterien des EBM für die Abrechnung der geriatrischen Leistungen erfüllen.
Ursprünglich gingen die Kassenärztlichen Vereinigungen bei der Planung des Honorarvolumens wohl von einer Nischenziffer aus. Der tatsächliche Leistungsbedarf liegt jedoch – wen wundert es – sehr viel höher. Dies führt dazu, dass die beiden Leistungen, das Basisassessment und die hausärztlich-geriatrische Betreuung, zwar in der Systematik als freie Leistung geführt, aber unterschiedlich quotiert werden. Dies führt zu unterschiedlichen Erlössituationen, die auch noch von Quartal zu Quartal schwanken.
So bekommen abrechnende Praxen in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Niedersachsen aktuell 100% der abgerechneten Leistungen honoriert. In Nordrhein (39,5%) und Hamburg (28,6%) sehen die Quoten dann schon ganz anders aus.

Den traurigen Schlusspunkt dieser Entwicklung bilden in Sachsen und Hessen. Hier werden diese Leistungen als leistungsfallabhängiges (ab Q2 2016) bzw. als RLV-Fall abhängiges QZV im Budget eingeordnet.


Über die AAC (Arzt-Abrechnungs-Controlling) AG

Die AAC Praxisberatung AG ist eine Unternehmensberatung für niedergelassene Ärzte. Unsere Schwerpunkte sind Analysen und Beratung zur KV-Abrechnung/Quartalsabrechnung sowie zum Verordnungs-Management an. Bei der KV-Abrechnungsberatung werden die einzelnen EBM-Ziffern der Quartalsabrechnung detailliert vs. Fachgruppendurchschnitt geprüft. Potentiale der nicht oder nur unterdurchschnittlich abgerechneter EBM-Leistungen bzw. EBM-Ziffern werden aufgezeigt. Auch strukturelle Defizite der KV-Abrechnung werden überprüft, so dass Wirtschaftlichkeitsprüfungen einzelner EBM-Leistungen vermieden werden können. Einen wichtigen Teil der Analyse der EBM-Ziffern nimmt die Überprüfung der Plausibilität der KV-Abrechnung in der Beratung zu Ihrer Quartalsabrechnung ein. Eine mangelhafte Steuerung besonders zeitintensiver EBM-Ziffern kann eine Plausibilitätsprüfung nach sich ziehen. Bei Zeitüberschreitungen wird zusammen mit dem Arzt überprüft, ob sich die Überschreitung anhand der vorhandenen Dokumentation in der Akte plausibel und nachvollziehbar erklären lässt.

Insgesamt wird die Qualität Ihrer KV-Abrechnung somit gesichert – und Sie sparen viel Zeit.

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