Hausärzte: Endstellige Kodierung wird immer wichtiger!

Grundsätzlich sind Diagnosen so spezifisch wie möglich zu verschlüsseln. In der ambulanten Versorgung dürfen nur Hausärzte und Fachärzte, die Diagnosen außerhalb Ihres Fachgebietes verwenden auf die fünfstellige Kodierung verzichten. Allerdings wird auch für Hausärzte die endstellige Kodierung immer wichtiger.

So wurde beispielsweise die Diagnose Z96.6 „Vorhandensein von orthopädischen Gelenkimplantationen“ zum 01.01.2016 um eine fünfte Stelle ergänzt. Diese Diagnose galt bislang als bundesweite Praxisbesonderheit. Mit der neuen endstelligen Kodierung kann nun die Lokalisation des Gelenkimplantats mit verschlüsselt werden. Dies sollte auch genutzt werden, da die erweiterten Diagnosen weiterhin als Praxisbesonderheit für die Verordnung von Heilmitteln gelten und von der Prüfungsstelle nur mit korrekter Kodierung bei möglichen Prüfungen berücksichtigt werden.

Auch in anderen Bereichen wurden Kodierungen endstellig erweitert. So beispielsweise bei der venösen Insuffizienz (chronisch)(peripher). Der ICD-Code I87.2 wurde untergliedert in I87.20 – ohne Ulzeration und I87.21 – mit Ulzeration.

Ein Beispiel wo bereits eine fünfstellige Kodierung möglich ist, aber selten genutzt wird ist der Adipositas. In vielen hausärztlichen Praxen wird regelmäßig Größe und Gewicht des Patienten erfasst und daraus der BMI errechnet. Dennoch ist die allgemeine Diagnose nur E66.0- Adipositas durch übermäßige Kalorienzufuhr. Wenn aber der BMI bekannt ist, sollte auch diese Diagnose entsprechend konkretisiert werden.

Die exakte Diagnose-Verschlüsselung ist für Vertragsärzte aber nicht nur für die Darlegung von Praxisbesonderheiten von großer Wichtigkeit, sondern auch für eigene Honorarsteigerungen. Hohe Kosten für Kranke können nur durch vollständige Verschlüsselung der tatsächlichen Diagnosen refinanziert werden. Der genauen Dokumentation und endständigen Kodierung kommen daher besondere Bedeutung zu. Denn die von den Krankenkassen zu zahlende Gesamtvergütung ist entscheidend von der Morbiditätsentwicklung abhängig. Nur bei einer guten Kodierung kann eine gestiegene Morbidität nachgewiesen und in den jährlichen Honorarverhandlungen zwischen KVn und Krankenkassen eine Honorarsteigerung durchgesetzt werden. Einer Honorarsteigerung stimmen die Kassen aber nur zu, wenn sie ausreichend Gelder aus dem Gesundheitsfonds erhalten. Dies wiederum geschieht aber nur, wenn die Ärzte jede Diagnose vollständig erfassen.


Über die AAC (Arzt-Abrechnungs-Controlling) AG

Die AAC Praxisberatung AG ist eine Unternehmensberatung für niedergelassene Ärzte. Unsere Schwerpunkte sind Analysen und Beratung zur KV-Abrechnung/Quartalsabrechnung sowie zum Verordnungs-Management an. Bei der KV-Abrechnungsberatung werden die einzelnen EBM-Ziffern der Quartalsabrechnung detailliert vs. Fachgruppendurchschnitt geprüft. Potentiale der nicht oder nur unterdurchschnittlich abgerechneter EBM-Leistungen bzw. EBM-Ziffern werden aufgezeigt. Auch strukturelle Defizite der KV-Abrechnung werden überprüft, so dass Wirtschaftlichkeitsprüfungen einzelner EBM-Leistungen vermieden werden können. Einen wichtigen Teil der Analyse der EBM-Ziffern nimmt die Überprüfung der Plausibilität der KV-Abrechnung in der Beratung zu Ihrer Quartalsabrechnung ein. Eine mangelhafte Steuerung besonders zeitintensiver EBM-Ziffern kann eine Plausibilitätsprüfung nach sich ziehen. Bei Zeitüberschreitungen wird zusammen mit dem Arzt überprüft, ob sich die Überschreitung anhand der vorhandenen Dokumentation in der Akte plausibel und nachvollziehbar erklären lässt.

Insgesamt wird die Qualität Ihrer KV-Abrechnung somit gesichert – und Sie sparen viel Zeit.

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