Alle Fachgruppen: Fragen und Antworten zum Medikationsplan

Seit dem 1. Oktober 2016 haben gesetzlich versicherte Patienten einen Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei verordnete Arzneimittel anwenden. Rund um die Einführung haben sich Fragen aufgetan. Die häufigsten wollen wir hier einmal kurz beantworten.

Wer muss den Medikationsplan ausstellen?
In der Regel tut dies der Hausarzt. Er ist dazu verpflichtet. Haben Patienten keinen Hausarzt, sind auch Fachärzte in der Pflicht einen Medikationsplan auszustellen. Zumeist wird das derjenige Facharzt sein, der die überwiegende Koordination der Arzneimitteltherapie übernimmt.

Wer aktualisiert einen Medikationsplan?
Der Arzt, der den Plan erstellt hat, es ebenso zur Aktualisierung verpflichtet, soweit er selbst die Medikation ändert oder von einer geänderten Medikation Kenntnis erlangt. Auch andere Ärzte und Ärzte in Krankenhäusern können den Medikationsplan ändern. Ebenso dürfen Apotheker auf Wunsch des Patienten den Medikationsplan ändern.

Muss der bundeseinheitliche Medikationsplan verwendet werden?
Nein. Dies gilt aber nur für eine Übergangsfrist bis 31.03.2017. In vielen Praxisverwaltungssystemen sind bereits Medikationspläne hinterlegt die nicht den bundeseinheitlichen Anforderungen entsprechen. Diese dürfen bis Ende März 2017 noch verwendet werden. Ab April 2017 muss dann der einheitliche Medikationsplan genutzt werden.

Was muss auf dem Medikationsplan dokumentiert sein?
Alle Arzneimittel, die dem Patienten verordnet wurden. Die Verantwortung für die verschriebenen Arzneimittel liegt beim jeweils verschreibenden Arzt. Aber auch Arzneimittel, die der Patient ohne Verschreibung anwendet (Selbstmedikation). Ebenso sind Hinweise zur Anwendung der Medikamente zu dokumentieren:
  • Dosierungsanweisung
  • bei zeitlich befristeter Medikation: die Dauer der Anwendung
  • Besonderheiten, die bei der Anwendung zu beachten sind
Medizinprodukte sollten dokumentiert sein, soweit sie relevant sind, zum Beispiel Inhalatoren, Pens.

In welcher Form erhält der Patienten seinen Medikationsplan?
In der Regel wird dem Patienten das Dokument in Papierform ausgehändigt.
Ergänzend kann er auch in elektronischer Form zur Verfügung gestellt werden.


Über die AAC (Arzt-Abrechnungs-Controlling) AG

Die AAC Praxisberatung AG ist eine Unternehmensberatung für niedergelassene Ärzte. Unsere Schwerpunkte sind Analysen und Beratung zur KV-Abrechnung/Quartalsabrechnung sowie zum Verordnungs-Management an. Bei der KV-Abrechnungsberatung werden die einzelnen EBM-Ziffern der Quartalsabrechnung detailliert vs. Fachgruppendurchschnitt geprüft. Potentiale der nicht oder nur unterdurchschnittlich abgerechneter EBM-Leistungen bzw. EBM-Ziffern werden aufgezeigt. Auch strukturelle Defizite der KV-Abrechnung werden überprüft, so dass Wirtschaftlichkeitsprüfungen einzelner EBM-Leistungen vermieden werden können. Einen wichtigen Teil der Analyse der EBM-Ziffern nimmt die Überprüfung der Plausibilität der KV-Abrechnung in der Beratung zu Ihrer Quartalsabrechnung ein. Eine mangelhafte Steuerung besonders zeitintensiver EBM-Ziffern kann eine Plausibilitätsprüfung nach sich ziehen. Bei Zeitüberschreitungen wird zusammen mit dem Arzt überprüft, ob sich die Überschreitung anhand der vorhandenen Dokumentation in der Akte plausibel und nachvollziehbar erklären lässt.

Insgesamt wird die Qualität Ihrer KV-Abrechnung somit gesichert – und Sie sparen viel Zeit.

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