Hausärzte/Diabetologie: Abrechnung von Behandlungen des Diabetischen Fußsyndroms nur mit Genehmigung

Grundlegend klingt die Abrechnung der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms nach EBM GON 02311 erst mal einfach. Die Ziffer darf je Bein und je Sitzung abgerechnet werden und bringt eine Vergütung von 28,76 EUR bei der Behandlung beider Beine.

Aber die Ziffer darf nur mit einer Abrechnungsgenehmigung der KV abgerechnet werden.
Diese Genehmigung können Hausärzte, Diabetologen, Chirurgen, Orthopäden und Dermatologen beantragen, wenn sie in den letzten vier Quartalen im Schnitt 100 Patienten mit Diabetes mellitus je Quartal behandelt haben. Dabei ist es unerheblich ob in der eigenen Praxis oder in vorangegangenen Arbeitsverhältnissen. Die Nachweisführung liegt beim Arzt.
Hinzu kommt, dass Hausärzte und Diabetologen ebenso einen Nachweis ihrer Qualifikation für die Durchführung von programmierten Schulungen vorlegen müssen. Dies entfällt bei den Fachärzten.

Wenn die Genehmigung vorliegt, dann darf die Ziffer entsprechend den obligaten Leistungsinhalten berechnet werden. Diese sind Abtragung ausgedehnter Nekrosen der unteren Extremität beim diabetischen Fuß und die Überprüfung und/oder Verordnung geeigneten Schuhwerks. Daraus wird deutlich, dass die entsprechende Diagnose codiert sein muss. Werden keine Nekrosen abgetragen oder kein Schuhwerk geprüft, dann darf die 02311 nicht verwendet werden.

In diesen Fällen können Sie sich mit den kleinchirurgischen Ziffern nach GON 02300 bis 02302 behelfen.


Über die AAC (Arzt-Abrechnungs-Controlling) AG

Die AAC Praxisberatung AG ist eine Unternehmensberatung für niedergelassene Ärzte. Unsere Schwerpunkte sind Analysen und Beratung zur KV-Abrechnung/Quartalsabrechnung sowie zum Verordnungs-Management an. Bei der KV-Abrechnungsberatung werden die einzelnen EBM-Ziffern der Quartalsabrechnung detailliert vs. Fachgruppendurchschnitt geprüft. Potentiale der nicht oder nur unterdurchschnittlich abgerechneter EBM-Leistungen bzw. EBM-Ziffern werden aufgezeigt. Auch strukturelle Defizite der KV-Abrechnung werden überprüft, so dass Wirtschaftlichkeitsprüfungen einzelner EBM-Leistungen vermieden werden können. Einen wichtigen Teil der Analyse der EBM-Ziffern nimmt die Überprüfung der Plausibilität der KV-Abrechnung in der Beratung zu Ihrer Quartalsabrechnung ein. Eine mangelhafte Steuerung besonders zeitintensiver EBM-Ziffern kann eine Plausibilitätsprüfung nach sich ziehen. Bei Zeitüberschreitungen wird zusammen mit dem Arzt überprüft, ob sich die Überschreitung anhand der vorhandenen Dokumentation in der Akte plausibel und nachvollziehbar erklären lässt.

Insgesamt wird die Qualität Ihrer KV-Abrechnung somit gesichert – und Sie sparen viel Zeit.

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