Arthroskopie eingeschränkt: Leistungen aus dem Katalog des EBM gestrichen

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat in der Sitzung vom 27.11.2015 das seit mehreren Jahren laufende Verfahren zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit von Arthroskopien zum Abschluss gebracht.

Dazu wurden Studien zur Wirksamkeit von Arthroskopien bei Gonarthrosen untersucht. Im Ergebnis werden die folgenden Indikationen für Kniegelenks-Arthroskopien gestrichen:

  • Gelenkspülung (OPS-Kode 5-810.0h)
  • Debridement (OPS-Code 5-810.2h)
  • Entfernung freier Gelenkkörper (OPS-Kode 5-810.4h)
  • Entfernung periartikulärer Verkalkungen (OPS-Kode 5-810.5h)
  • Synovektomie, partiell (OPS-Kode 5-811.2h)
  • Synovektomie, total (OPS-Kode 5-811.3h)
  • Exzision von erkranktem Gewebe am Gelenkknorpel (OPS-Kode 5-812.0h)
  • Meniskusresektion, partiell, inkl.: Meniskusglättung (OPS-Kode 5-812.5)
  • Meniskusresektion, total (OPS-Kode 5-812.6)
  • Knorpelglättung (Chondroplastik, OPS-Kode 5-812.eh)

Die OPS-Kodes existieren weiterhin, diesen sind im EBM aber keine OP-Ziffern mehr zugeordnet, demnach sind sie nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abrechenbar.
Der Ausschluss wird voraussichtlich am 1. April 2016 wirksam.
Alle Arthroskopien am Knie mit anderen OPS-Kodes sind weiterhin abrechenbar.


Test auf wegfallenden Arthroskopien
Welche Auswirkungen wird dieser Leistungsausschluss jetzt auf die Praxen haben? Nach ersten Analysen ergibt sich ein unterschiedliches Bild. Bei den meisten der überprüften Praxen sind keine Auswirkungen erkennbar, da ausschließlich Arthroskopien auf der Basis nicht betroffener OPS-Codes erbracht werden.
Es gab jedoch Praxen, bei denen zwischen 60% und nahezu 100% der Arthroskopien nicht mehr abrechenbar sind. Es handelt sich vor allem um:

  • Meniskusresektion, partiell, inkl.: Meniskusglättung (OPS-Kode 5-812.5)
  • Meniskusresektion, total (OPS-Kode 5-812.6)
  • Exzision von erkranktem Gewebe am Gelenkknorpel (OPS-Kode 5-812.0h)
  • Entfernung freier Gelenkkörper (OPS-Kode 5-810.4h)

Orthopäden und Chirurgen mit Kniegelenks-Arthroskopien sollten überprüfen, ob und in welchem Ausmaß sie von der Neuregelung betroffen sein könnten. Die AAC AG bietet hierzu eine Analyse und Beratung an, damit die Praxen vor in Kraft treten der Neuregelung hier ggf. gegensteuern können.


Über die AAC (Arzt-Abrechnungs-Controlling) AG

Die AAC Praxisberatung AG ist eine Unternehmensberatung für niedergelassene Ärzte. Unsere Schwerpunkte sind Analysen und Beratung zur KV-Abrechnung/Quartalsabrechnung sowie zum Verordnungs-Management an. Bei der KV-Abrechnungsberatung werden die einzelnen EBM-Ziffern der Quartalsabrechnung detailliert vs. Fachgruppendurchschnitt geprüft. Potentiale der nicht oder nur unterdurchschnittlich abgerechneter EBM-Leistungen bzw. EBM-Ziffern werden aufgezeigt. Auch strukturelle Defizite der KV-Abrechnung werden überprüft, so dass Wirtschaftlichkeitsprüfungen einzelner EBM-Leistungen vermieden werden können. Einen wichtigen Teil der Analyse der EBM-Ziffern nimmt die Überprüfung der Plausibilität der KV-Abrechnung in der Beratung zu Ihrer Quartalsabrechnung ein. Eine mangelhafte Steuerung besonders zeitintensiver EBM-Ziffern kann eine Plausibilitätsprüfung nach sich ziehen. Bei Zeitüberschreitungen wird zusammen mit dem Arzt überprüft, ob sich die Überschreitung anhand der vorhandenen Dokumentation in der Akte plausibel und nachvollziehbar erklären lässt.

Insgesamt wird die Qualität Ihrer KV-Abrechnung somit gesichert – und Sie sparen viel Zeit.

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